Vergebung – der innere Mauerfall

Vergebung liegt immer auf dem Weg von Heilung. Wenn wir lernen, zu vergeben, lernen wir, uns selbst zu befreien: von der Anhaftung an alte Emotionen und Gefühle und von einer Identität, die darauf basiert, Opfer unseres eigenen Leben zu sein oder der Dinge, die uns zugestoßen sind. Vergebung heißt hierbei nicht, einfach Grenzüberschreitungen klein zu reden oder fortlaufende Übergriffe zu entschuldigen.
Vergeben heißt, zu erkennen, dass es nichts zu vergeben gibt.
Aber was bedeutet das – dass es nichts zu vergeben gibt? Die tiefe Wahrheit die hierin versteckt ist, ist die Erkenntnis, dass Schuld nur so lange existiert, wie wir uns entscheiden, sie in unserer Geschichte zu erzählen. In dem Moment, in dem wir erkennen, dass es immer inneres oder äußeres Unvermögen ist, das zu Gewalt und zu Grenzüberschreitungen führt, und dass wir all das, was wir anderen antun haben, immer auch uns selbst antun, können wir die Schulderzählung uns selbst und dem anderen gegenüber loslassen und lernen, uns selbst und dem Anderen verzeihen.
In unserer Veranstaltung Innerer Mauerfall am 09.11.2025 haben wir dem Thema der Vergebung ein eigenes, starkes Spürmal im Reichstagsviertel gesetzt. Im Zuge der Versammlung wurden in mehrere geführten Meditationen an der Neuen Wache, Unter den Linden und am Reichstag selbst innere Mauern abgebaut und Vergebung, uns selbst und unseren Nächsten gegenüber, geübt. Um der Vergebung ein dauerhaftes Spürmal zu setzen, wurde ein Baum im Skulpturenpark ausgewählt und zum Baum der Vergebung geweiht.

Vergeben – aber wie?
Es gibt ein breites Sammelsurium an Werkzeugen, die als Vergebungstechniken eingesetzt werden können. Ein erster Schritt ist es, uns einmal selbst ganz anzuschauen, und zu überprüfen:
- An welchen Stellen dürfen wir uns selbst noch vergeben?
- An welchen Stellen dürfen wir noch unseren Eltern/Fürsorgepersonen vergeben?
- Welchen anderen Personen haben wir noch nicht vergeben?
Die Frustration und das nachtragende Verurteilen uns selbst oder anderen gegenüber, die wir mit uns herumtragen, wenn wir noch nicht gelernt haben, zu vergeben, sind wi ein Anker, der uns in einer alten Geschichte, einer alten Identität gefangen hält und verhindert, dass wir auf unserer Reise den nächsten Schritt tun können. Es gibt deshalb auch die Möglichkeit einer täglichen Vergebungs-Praxis, etwa in Form eines Abendrituals, regelmäßig Vergebung uns selbst und Anderen gegenüber zu üben und so schon innere Hygiene zu betreiben, bevor sich die dunklen Gefühle in uns zu einem Berg anhäufen können.
Vergebung erfüllt für unseren inneren Raum eine ähnliche Funktion wie das Aufräumen, Saubermachen und den Müll runterbringen in unseren äußeren Räumen. Sie sorgt dafür, dass wir frei werden von altem Ballast, den wir vielleicht schon viel zu lange mit uns herum tragen un der den freien Fluss der Energien blockiert. Es gibt auch die spirituelle Praxis täglicher Vergebung – und jeden Abend vor dem Schlafengehen sich selbst und allen anderen zu vergeben.
Die Metta-Meditation: Ein Vergebungs-Werkzeug
Die Metta-Meditation ist ein beliebtes und universales Werkzeug, um die Fähigkeit der Vergebung in uns zu üben und uns bei diesem essentiellen Schritt auf dem Weg unserer Ganzwerdung zu unterstützen. Unser Teammitglied, die Heilerin und Ärztin Jennifer Patzer, hat sich die Mühe gemacht eine Metta-Meditation mit sanfter, unterstützender Musik für Politische Heilung aufzunehmen.
Nimm dir bei passender Gelegenheit ein paar Minuten Zeit und gönn dir eine gesunde Portion Vergebung hier: